USA Juli 2013 - Tag 4

July 14, 2013

Zweiter Tag in Washington. Von unserem Quartier in Crystal City ging es heute zunächst zum Arlington Cemetery. Verdammt sonnig war es heute, wir haben alle Sonnenbrand bekommen.

Arlington Cemetery

Der Friedhof Arlington ist im Prinzip ein reiner Soldatenfriedhof. Seit seinem Bestehen wurden hier über 260.000 Bestattungen durchgeführt. Zahlreiche Generäle, Admiräle und weitere Offiziere liegen hier begraben. Diese eher aufwändigen Gräber liegen erhaben auf einer Anhöhe unterhalb des alten Herrenhauses. Aber auch zehntausende einfache Soldaten liegen etwas weiter unten unter schlichten weißen Steinen, die in Reih und Glied das 250ha große Areal bedecken, begraben.

 

Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, als ich an diesen Massen von Grabsteinen vorbeigehe. Bis zum Horizont nur weiße Steine. Auf fast allen Steinen, die ich gesehen habe, stand unter dem Namen entweder "World War I" oder "World War II". Als Deutscher fühle ich eine gewisse Scham an diesem Ort. Aber auch Wut auf die paar Leute, die das alles verzapft haben. Der enorme Respekt, der den toten amerikanischen Soldaten in den USA entgegengebracht wird, ist in jeder Minute greifbar, die man hier verbringt.

 

Bezeichnend ist, dass die hohen Offiziere selten in Kriegszeiten gestorben sind. Das Sterben im Gefecht mussten stellvertretend die einfachen Soldaten übernehmen. Eine Schande.

Hier liegen Generäle und Admiräle. Unter dem roten Stein liegt Robert McNamara - der Verteidigungsminister Kennedys.

 

Gleich um die Ecke liegt auch Kennedy selbst begraben, neben seiner Frau Jackie. Sein Grab, mit der Eternal Flame, ist eine regelrechte Pilgerstätte. Vor allem hunderte junger Pfadfinder werden an diesem Tag über den Friedhof geschleust.

Unter dem schlichten weißen Kreuz, das abseits ganz allein am Wegesrand liegt, wurde Robert F. Kennedy begraben - der Bruder von JFK.

 

Der Gipfel der Ehrerbietung ist die ständige Wache am Grab des unbekannten Soldaten, die mit einer unglaublichen Präzision in einer dauerhaften Zeremonie durchgeführt wird. Zu jeder Stunde findet eine Wachablösung statt. Schuhe, goldene Knöpfe, das Gewehr - alles blankgeputzt und ohne den kleinsten Makel. Bei locker 35 Grad und ohne mit der Wimper zu zucken, wenn einige hundert Besucher zugucken und Fotos machen, wird das Auf und Ab durchgezogen. Bis auf das Klacken der hochglanzpolierten Schuhe ist es mucksmäuschenstill. Die Amerikaner, egal ob groß oder klein, wissen genau, dass man an diesem Ort "die Klappe" halten muss. 

Der vielleicht heiligste Ort in den USA - Tomb of the unknown.

 

Das Zeremoniell 

Schrecklich schön. Weiße Grabsteine auf saftigem Grün, so weit das Auge reicht.

Wer diesen Ort besucht, muss sich bitte unbedingt die Wachablösung anschauen. Das ist unglaublich beeindruckend.

 

Washington

Den Rest des Tages verbrachten wir wieder in Downtown.

Das kennt wohl jeder.

 

Zum Mittag gab es authentische Burger von Harry's. 

Und dann noch einen kleinen Abstecher ins Naturkundemuseum. 

Hollywood ließ auch noch kurz grüßen

FBI - J. Edgar Hoover Building

 

Und nun heißt es auch schon wieder Abschied nehmen von Washington D.C. Es war schön hier und es gab viele interessante Dinge zu entdecken. Die Menschen waren mal wieder sehr nett. Dass einem in einer Großstadt wildfremde Menschen im Vorbeigehen einfach so "Guten Morgen" sagen, das erlebt man sonst eher selten. Mein persönliches Fazit: Washington lohnt unbedingt einen Besuch.


Morgen geht es dann wieder Richtung Norden - nach Scranton in Pennsylvania.

  

 

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